Herzliches Dankeschön, Berthold !
KLeines Wörterbuch von Wiener Taubenrassen, März 2008
Berthold Traxler fotografiert : zu Besuch bei Jürgen Skradde und Wolfgang Kaiser , August 1995 !
Wiener Hochflugtauben bei Karl Krombach
Wiener Hochflugtauben, rot-gelb gestorcht, Fotos von W. Schulze
Bericht von Jürgen v. Ramin
Auf der vergangenen Flugtaubenschau in Ahnsbeck zeigte sich, dass es immer wieder Zuchtfreunde gibt, die unsicher sind was Kippen bzw. der Kippschlag bedeuten. Daher für alle Zuchtfreunde an dieser Stelle die genaue Definition zum nachlesen.
Ob Erlauer, Hamburger Kalotten oder Stilflug-Wiener. Alle schwenken während ihres Horizontalfluges abwechselnd nach Links und Rechts. Wie diese Flugchoreographie aussieht, dürfte jedem klar sein.
Oft wird im Zusammenhang mit stilfliegenden Taubenrassen auch der Begriff "Kippen" verwandt, ohne dass die meisten Taubenhalter überhaupt wissen, was damit gemeint ist. Kippen bedeutet, dass der Flugstich plötzlich und auf der Stelle seine Flugrichtung nach unten und gleichzeitig genau entgegengesetzt der Anflugrichtung ändert. Mein Lehrer Karl Krombach sagte zu Lebzeiten immer, dass es so sei, als ob die Tauben gegen eine unsichtbare Wand flögen und dann urplötzlich dann nach unten-hinten auswichen.
Aufgrund der schnellen Richtungsänderung wird das Kippen auch als Kippschlag bezeichnet.
Die Kippfigur habe ich zur Verdeutlichung auf dem unten stehenden Serienbild für alle dargestellt.
Diese Rasse wurde in Polen vermutlich aus regionalen Tümmler und Persern, die durch den polnischen Adligen Zamojskie mitgebracht wurden, gezüchtet. Es sind kleine gestreckte Tauben auf kurzen, glatten Beinen, die Flügel werden auf den Schwanz getragen. Der Schnabel ist mittellang. Das Auge ist bei Weißen dunkel, sonst perlfarbig oft gelbanflug, sehr häufig kommen auch gebrochene Augen vor. Es gibt die Tiere mit und ohne Kappe in den Farben: schwarz, weiß, blau, rot und gelb, als Bunte, Weißschwänze, Weißschläge in allen möglichen Kombinationen. Außerdem soll es sie auch als Gemönchte geben.
Die Flugzeit liegt meist bei 1 bis 2 Stunden in guter mittlerer bis obere Höhe. Kleine Stiche von fünf Tauben zeigen den besten Flug, wobei die Truppe oben oft auseinander fällt und die Tauben zu Zweit fliegen, oder einen Soloflug, ähnlich wie bei den Persern, zeigen. Größere Stiche fliegen mehr zusammen aber nur sehr selten auf Höhe.
Es sind sehr gute Zuchttauben die ihre Brut zuverlässig aufziehen und man kann sie, auf Grund ihrer Eigenschaften, jedem Anfänger nur empfehlen.
Andreas Bol
Hier paar schöne Bilder vom Neuen –Tauben – Flugkasten auf einem Fahrradträger. ( Kosten ca. Komplett 200.-) Aufbau ca.10 Minuten.
Nachdem mein Bruder Thomas und ich, uns aus Ungarn 18 Paar Erlauer Tümmler besorgt haben, möchte ich, da mich verschiedene Personen angerufen haben,
meine Erfahrungen bisher mit diesen Tauben weitergeben.
ZUCHT: ich habe zur Zeit 34 Junge im Flug. Bei der Ausgewöhnung 2 Verluste.
Thomas 21 Junge, bei der Ausgewöhnung keine Verluste.
11 Jungtiere liegen noch in den Nestern.
Somit 68 Junge gezogen. Nur 3 Ammenpaare.
Die Zucht wird jetzt eingestellt.
FLUG: Die Jungen von Thomas sind noch am Ausfliegen.
Mein Stich von nunmehr 34 Tauben fliegt z.Zt. von 30 Min. bis 1 Std.
Bsp. ein Protokoll von 41 Min. mit 27 Tauben in mittlerer Höhe.
Sie fliegen sehr eng zusammen und kippen sehr intensiv bei gelegentlichem Schwenken.
Da dies Tauben mit Migrationshintergrund sind :-), setze ich beim Start als Motivationshilfe die ungarische Nationalflagge ein :-) (siehe Foto).
Fazit bisher: für uns alles im grünen Bereich!
In der Flugleistung sehe ich noch Steigerungspotential.
MfG Uwe Weide
Alfred Baldia, einer der letzten echten Wiener Jauker, ist ein Eintrag auf Wikipedia gewidmet worden. Die Seite kann HIER aufgerufen werden.
Ältere Züchter unter uns, werden sich an die hervorragenden Videobeiträge von Peter Heindl über die Taubengeschichte aus der österreichischen Hauptstadt Wien erinnern.
Nach der Erstveröffentlichung der insgesamt fünf Filmbeiträge im Jahre 1997 gibt es nach rund 20 Jahren nun eine Neuauflage dieser kulturhistorischen Dokumente auf DVD.
Heute stellen diese Filme eine unwiederbringliche Zusammenfassung der Zuchtgeschichte der Wiener Hochflugtauben, der Wiener Röserlschecken und der Altösterreichischen Kiebitze dar. Die Hauptdarsteller in diesen Filmen, die zu den letzten Jaukern Wiens gehörten, sind inzwischen alle verstorben. Ihr Wissen, dass sie in den vielen Interviews weiter gegeben haben, macht Peter Heindl dank dieser Neuauflage nun auch den jüngeren Züchtern zugänglich. Die Qualität aller dieser auf DVD überspielten VHS Filme ist erstaunlich gut. Keine der alten und inzwischen in die Jahre gekommenen Videokassetten dürfte da mithalten können.
Neben diesen fünf Neuauflagen hat Peter Heindl auch zwei weitere Filme neueren Datums im Angebot: Einen Beitrag über den inzwischen leider auch verstorbenen Karl Krombach und seine Stilflug-Wiener sowie einen Lehrfilm über die Wiener Hochflugtaube im Tiergarten Schönbrunn. Alle sieben Filme, die nachfolgend vorgestellt werden, sind für ernsthaft interessierte Flugtaubenzüchter allein schon aus Gründen des Selbststudiums und der Wissensbewahrung für die nachkommende Züchtergeneration ein Muss.
Wiener Hochflieger
Teil 1: Der Film zeigt die letzte Zusammenkunft der großen Altmeister des Wiener Hochflugsports beim Jahrestreffen des Komitees der Vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs in einem Kellerlokal in der Haslingergasse in Wien-Ottakring im Jahre 1994.
Vorgestellt werden A. Baldia, M. Snajdr, F. Goosmann, P. Reister, F. Greilinger und J. Schloßnickel. Der Filmbeitrag gewährt einen Rückblick in die Geschichte der Wienerzucht mit vielen historischen Bilddokumenten und einen Einblick in die Schlaganlagen von J. Schloßnickel und A. Baldia. Auch die Erklärung österreichischer Fachbegriffe aus der Jaukersprache und Tipps von A. Baldia zur Haltung und Fütterung kommen nicht zu kurz.
Teil 2: Der Rahmen des ersten Teils des Films ist das letzte Preisfliegen von A. Baldia. Die Unterhaltung zwischen den Preisrichtern M. Snajdr, F. Goosmann und die Erklärungen von A. Baldia zum Hochflugsport, Wettereinfluss, Greifvögeln und Hochflugbestimmungen sind sehr lehrreich. Im zweiten Teil dieses Films werden die Farbenschläge und die Körpermerkmale der Wiener Hochflugtaube sowie die Jaukbestimmungen ausführlich vorgestellt.
12 Sprossen ins Paradies
Über seine 12-sprössige Leiter nimmt uns A. Baldia mit hinauf in seinen Taubenschlag. Die seltenen Wiener Röserlschecken, die drei Jahre bis zur Ausbildung ihrer Idealfärbung brauchen, werden uns von einem ihrer letzten Züchter ausführlich vorgestellt. Neben darüber hinaus allgemeinen Tipps zur Haltung und Fütterung beeindruckt der Film durch ein rührendes Plädoyer für die Erhaltung des Röserlschecken am Ende des Films - und das nicht von einem rhetorisch geschulten Topmanager, sondern mit ehrlichem Herzblut meisterhaft von einem einfachen, sympathischen Taubenzüchter namens Alfred Baldia vorgetragen.
Das wiederentdeckte Original: Altösterreichische Tümmler Kiebitz
Dieser Film handelt von den letzten Flug-Kiebitzen, die F. Greilinger in letzter Sekunde vor dem Aussterben bewahrt hat und die nicht mit den Ausstellungskiebitzen verwechselt werden dürfen. Da sie schon als ausgestorben galten, wurden sie auf Initiative von J. Hochmeister in den Standard unter dem Namen Wiener Kiebitz Rundkopf im Jahre 1993 wieder aufgenommen. Vorgestellt werden die Farbenschläge, die (Flug)Besonderheiten dieser Rasse sowie der Bewertungsstandard durch einen Preisrichter. Der Film schließt mit einer schönen Fürsprache für den Rasseerhalt durch den Bewahrer dieser Tauben; Ing. Franz Greilinger.
Tauben, Typen, Tradition: Der Wiener Taubenmarkt
Gesellschaftliches Zentrum der Wiener Taubenfreunde ist seit mehr als 400 Jahren der Taubenmarkt. Nachdem ist früher davon mehrere gab, blieb nach der Schließung des legendären Taubenmarktes in der Gastwirtschaft „Strohmayer“, der mit alten Dokumenten und Fotos vorgestellt wird, nur noch der Taubenmarkt in der Cumberlandstrasse, den es inzwischen auch nicht mehr gibt. Auf humoristische Art werden die dort anwesenden Züchter, der Handel und die Handelsregeln vorgestellt. Abgerundet wird der Film durch einen historischen Rückblick auf die Geschichte der Haustaubenzucht und ihr Symbolwert in den verschiedenen Kulturen.
Karl Krombach und seine Wiener Stilflugtauben
Dieser Film entstand im Jahre 2013 bei einem gemeinschaftlichen Besuch von P. Heindl und Dr. B. Traxler bei Karl Krombach in Homburg/Saar.
Der im März 2015 verstorbene Altmeister unter den deutschen Wiener Züchtern wird ausführlich vorgestellt. Viele (Flug)Aufnahmen seiner Wiener, seiner „Spitzer“, seiner Schläge und zahlreiche Wortbeiträge zum Flugstil, Haltung und Fütterung sind Kernpunkte des Films. Am Ende des Films wird in einem Interview mit dem Ersten Vorsitzenden des Deutschen Hochflugclubs W. Hartmann über die Wienerzucht in Deutschland gesprochen und der DHC vorgestellt. Ebenfalls kommt R. Lung zu Wort und erörtert den Hochflugsport in Frankreich.
Die Wiener Hochflugtaube im Tiergarten Schönbrunn
Dieser Film ist äußerst umfassend und für jeden Züchter, egal welcher Flugtaubenrasse, sowohl für den Anfänger als auch für den Fortgeschrittenen empfehlenswert.
Abgehandelt werden
- geschichtliche Details zum Taubenhaus Schönbrunn,
- Präsentation alter Wiener Taubenbälge aus dem Naturhistorischen Museum Wien,
- Vorstellung der Schlaganlage und ihrer Einrichtung im Tierpark Schönbrunn, die von P. Heindl konzipiert und bewusst neben dem Kinderspielplatz platziert wurde,
- Vorgehensweise bei der Verpaarung, Aufzucht, Nestkontrolle, dem Absetzen der Jungen, der Eingewöhnung in den Jungtier bzw. Flugschlag, das erste Flugtraining, die Greifvogelproblematik, Flugvorführung, Ablauf des Fluges, Fütterung und die Erklärung der Hochflugordnung.
Der Vortrag eines Gedichtes, das zu Ehren Peter Heindls verfasst wurde beendet diesen tollen Film.
Der DVD liegt eine CD mit alten Liedern über Wiener Hochflugtauben bei, deren Liedtexte mit dieser CD vor dem Vergessen gerettet werden. Abgerundet wird die Liedzusammenstellung durch informative Hörtexte über Wiener Hochflugtauben und die Erklärung typischer Begriffe aus der Jaukersprache. Prof. Dr. H. Pechlaner, der ehemalige Direktor des Tiergartens Schönbrunn, fasst zum Schluss seine eigene Zuchtggeschichte von Brieftauben über Rassetauben bis schließlich zu den Wiener Hochflieger zusammen und endet mit einem alten Gedicht über Taubenzüchter.
Zu beziehen sind diese Filme alle direkt bei Peter Heindl unter seiner E-Mail Adresse office(at)epps-erhaltungszucht.at
-> bitte (at) in der obigen Adresse durch @ ersetzen
Jürgen von Ramin
Da ich vom Taubenmarkt in Naumburg schon des öfteren interessante Berichte gehört habe, u.a vom 2. Vorsitzenden des FVN Jürgen Skradde und dem Ringwart Bernd Poch entschloss ich mich den letzten Taubenmarkt 2016 zu besuchen. Besonders Bernd fährt öfters nach Naumburg und trifft sich dort mit Freunden zum Meinungsaustausch und zum Kauf bzw. Tausch von Tauben und Zubehör. Wie ich im Internet nachlesen konnte wurde der erste Taubenmarkt in Naumburg bereits 1868 veranstaltet und hat somit eine sehr lange Tradition. Wenn man bedenkt, dass zum Zeitpunkt der ersten Veranstaltung Otto Bismark das Amt des ersten deutschen Reichskanzlers anstrebte und in Bayern der „Märchenkönig“ Ludwig II den Bau seines heute weltbekannten Schloßes Neuschwanstein in Auftrag gab, kann man erahnen wie groß die Tradition ist. Heute ist der Naumburger Taubenmarkt, nachdem er zwei Weltkriege und die verschiedensten politischen Systeme wie dt. Kaiserreich, Weimarer Republik, Hitlerdiktatur und DDR-Kommunismus durchlebt hat ist er nun erfolgreich in der Neuzeit angekommen.
Der Naumburger Taubenmarkt findet immer am zweiten und vierten Samstag im Januar und Februar im jeweiligen Jahr auf dem Marktplatz in Naumburg, eingerahmt von renovierten historischen Gebäuden, dem Rathaus, der evang. luthrischen Stadtkirche St. Wenzel und in der Nähe (ca. 1km) des bekannten Naumburger Doms statt. Der Taubenmarkt ist weit über die Grenzen Sachsen-Anhalts bekannt und so verwundert es nicht, das Taubenzüchter aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland nach Naumburg kommen. Die Märkte öffnen um 6 Uhr und werden um 12 Uhr geschlossen. Man kann Tauben und Zubehör kaufen und tauschen. Wie bereits beschrieben ist es ein reiner Taubenmarkt und so wird man in seiner Konzentration auf die Tauben nicht von anderem Getier wie Gänse, Hühner, Enten, Hasen etc. abgelenkt. Neben den Tauben stehen auch Futtermittel, Taubenkörbe, Medikamente, verschiedene Ringe und anderes Zubehör zum Verkauf.
Am diesem Samstag waren die verschiedensten Tauben wie Wiener Hochflieger und Wiener Hfl. Ausstellungstyp, Schnellflugtauben, Brieftauben, Schönheitsbrieftauben, Nackthalstümmler, Berliner Lange, Budapester Hochflieger, Adana Wammen, Syrische Wammen, verschiedene Lockentauben, Kelebek, Dolapci, Kumru und viele andere schöne Rassen zu bestaunen. Außerdem ist immer ausreichend für das kulinarische Wohl der Käufer, Verkäufer und Besucher gesorgt. Für eine weitere Abwechslung sorgte auch ein Posaunenchor, welcher direkt vor dem schönen Rathaus seine Darbietungen vortrug. Da ich schon relativ früh vor Ort war blieb mir viel Zeit zur Betrachtung der meisten Tiere und für ausgiebige Unterhaltungen mit bekannten und unbekannten Taubenliebhabern. Auch das Wetter spielte mit und so war es ein rundherum gelungener Tag. Es hat sich wirklich gelohnt das ich den Tipps von Jürgen und Bernd gefolgt bin und es bleibt zu hoffen das der Naumburger Taubenmarkt noch lange bestehen bleibt.
Wiener Hochflieger werden in einer Reihe alter Taubenbücher mit unter-schiedlichem Umfang abgehandelt. Eine Monografie über Wiener Hochflieger gibt es mit Ausnahme von „Glänzende Diamanten am Himmel“ und m.E. der 1939er Auflage von F. Althof und dem Panek aus dem Jahre 1926 nicht. Umso erstaunlicher ist es, das Christine Bertolasi der Wiener Hochflugtaube nun einen 100seitigen Roman gewidmet hat. In „Taubentanz“ beschreibt die Autorin die Welt aus dem anthropomorphen Blickwinkel einer Wiener Hochflieger Täubin vom Schlupf bis zum Tod. Wie es sich für einen richtigen Roman gehört, geht es um (natürlich angedichtete) Gefühle und sogar die große Liebe zwischen Cloudy (so der Name der Täubin) und Cirrus. Dabei werden detailgenau Aspekte über die Lebensweise der Tauben in dem Roman umgesetzt, was darauf hindeutet, dass die Autorin offenbar Erfahrungen mit Hochflugtauben hat. Die Handlung ist geradlinig und unverschnörkelt, womit sich der Text sehr gut liest und auch als (Vor)Lesestoff für Kinder geeignet ist.
Auch wenn es längst überfällig ist, dem Wiener Hochflieger endlich ein umfassendes Fachbuch zu widmen, ist es dennoch löblich und hervorhebenswert , dass diese Rasse Gegenstand eines anderen Werkes, nämlich dieses anthropomorphen Romans geworden ist. Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich.
